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k.u.k. Artilleriekadettenschule

TRAISKIRCHEN online

heute: Bundesbetreuungseinrichtung des Innenministeriums (alias: Flüchtlingslager)

Auf dem 19 Hektar großen Grundstück wurde 1898 mit dem Bau der k.u.k. Artilleriekadettenschule begonnen. Die Anlage bestand aus 20 Objekten, dem dreistöckigen Hauptgebäude, Offizierswohnungen, Stallungen, einer Reithalle, einem Lazarett und einigen Lagerhallen und Depots. Die Anlage wurde 1903 in Betrieb genommen. 1916 erfolgte die Umwandlung der Kadettenschule in eine Artillerie-Akademie. Noch am 17. August 1918 kamen der erste Akademielehrgang und eine vorletzte Kadettenschul-Klasse zur Ausmusterung. Im Dezember erfolgte die Auflösung der Anstalt.

Foto: Kadettenschule / Flüchtlingslager Traiskirchen

In den Jahren 1919 bis 1938 befand sich auf dem Areal eine Bundeserziehungsanstalt für Knaben. Während des zweiten Weltkrieges (1938-1945) wurde die Anlage als Nationalpolitische Erziehungsanstalt für die männliche Jugend (NPEA) verwendet. Danach (1945-1955) waren in den Gebäuden Lazarett und Kaserne der russischen Besatzungsmacht untergebracht.

1956 löste der niedergeschlagene Ungarische Volksaufstand einen riesigen Flüchtlingsstrom von über 200.000 Ungarn aus. Seit dieser Zeit dient der Komplex als Flüchtlingslager. In den späten 60er Jahren waren es Flüchtlinge aus der Tschechoslowakei, in den 70ern unter anderem Vietnamesen und in den 80ern vorwiegend Flüchtlinge aus Osteuropa, die über die Grenzen nach Österreich drängten.

So war beispielsweise auch der spätere Staatsoperndirektor Ioan Holender im Flüchtlingslager Traiskirchen untergebracht.

1993 wurde das Flüchtlingslager in "Erstaufnahmestelle Traiskirchen" bzw. "Asylamt des Bundesministerium für Inneres" umbenannt. Der Name "Flüchtlingslager" ist in der Bevölkerung allerdings erhalten geblieben.

Nach der Jahrtausendwende kamen vor allem Flüchtlinge aus dem Osten (ehem. Russland, dem Ostblock und Asien), aber auch aus Südosteuropa und Schwarzafrika nach Mitteleuropa und somit auch nach Österreich. Die Gründe für die Flucht sind neben Kriegen in der Heimat und politischer Verfolgung oft auch wirtschaftliche.

Die Unterbringung von Asylsuchenden in der hochgesicherten Anlage sorgt immer wieder für politische und mediale Debatten. So wurde nach 2000 den unter beengtesten Verhältnissen im chronisch überfülltem Lager lebenden Flüchtlingen immer wieder vorgeworfen, dass Drogenhandel und Eigentumsdelikte an der Tagesordnung seien und auch immer wieder Gewaltdelikte vorkämen. Von der Gegenseite wird der Exekutive oftmals überhartes und teilweise rechtswidriges Verhalten z.B. bei Razzien vorgeworfen. Im November 2005 setzte die Wiener Stadtverwaltung in der Badener Bahn, die in der Nähe des Lagers Traiskirchen vorbeifährt, verstärkt Polizeibeamte ein, um die Sicherheit besorgter Zuggäste zu gewährleisten. Als Grund wurden Befürchtungen genannt, dass es zwischen den Flüchtlingen und anderen Fahrgästen zu Übergriffen kommen könnte. Auch diese Maßnahme führte zu politischen Diskussionen, da sie von einigen Seiten als unnötig und rassistisch motiviert betrachtet wird.

 

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